Landtagswahl 2017: Meine Bewerbung für die Landesliste

  • Veröffentlicht am: 1. September 2017 - 19:46
Nicole van der Made, Foto: Sven Brauers

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

Ökologisches Bewusstsein ist mittlerweile Mainstream, viele Menschen denken und handeln heute Grün, das ist unser Verdienst, wir haben die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten verändert. Die Ehe für alle wäre ohne grüne Beharrlichkeit noch immer eine einzulösende Forderung, jetzt können wir es als Erfolg verbuchen.Gleichstellung, gleicher Lohn für gleiche Arbeit,  das ist noch nicht gänzlich verwirklicht aber auch hier sind wir die Trendsetter*innen! Wir haben einiges erreicht aber ich möchte gemeinsam mit Euch noch mehr schaffen und dafür kämpfen, dass Niedersachsen weltoffen bleibt.

Wir sind die einzige Partei die es beim Umweltschutz ernst meint und das ist mit Blick auf den Klimawandel brandeilig. Die aktuelle Weltlage erfordert heute noch genauso fundamentale und laute Kritik von uns wie vor 35 Jahren und dafür wurden und werden wir gewählt, nicht dafür, den größtmöglichen Meinungsbildern der Gesellschaft hinter-herzulaufen. Hat man uns 2013 noch für den Veggieday verspottet, so lauten die Fragen heute, ob unsere Lebensmittel  fair und wie sie produziert werden, ob gentechnisch veränderte Lebensmittel ja oder nein, welche Gifte auf die Äcker kommen ein politisches Schlüsselthema. Die Bürger*innen wissen, wir machen die Agrarpolitik, die Geld für Tierwohl, Verbraucher- und Umweltschutz ausgibt und die Schluss damit macht, Tiere als Rohstoff zu behandeln.

Bei der Agrarwende haben wir in Niedersachen schon gute Zeichen gesetzt. Bei der Energiewende  gibt es noch einiges zu tun und über die Verkehrswende fangen wir gerade erst an zu debattieren. Ohne uns passiert da gar nichts! Wir sind auch hier die Triebfeder und haben die  Überzeugungskraft und die Glaubwürdigkeit!

Es ist unsere Aufgabe globale Gerechtigkeit durch lokales Handeln herbeizuführen und hier die Menschen für uns zu gewinnen. Wir müssen deutlich Partei ergreifen für die Umwelt, für Vielfalt, für mehr Gerechtigkeit und Teilhabe. Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken für internationale Solidarität, gegen die Spaltung der Zivilgesellschaft. Da ist nachhaltiges regionales Wirtschaften und der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ein wichtiger Schritt in eine zukunftsgerechtere Welt. Neoliberale Freihandelsabkommen sind hier der falsche Weg.  Wir sind die Partei die Umwelt und Wirtschaft zusammen denkt. Es muss sich grundlegend etwas ändern am System des unbegrenzten Wachstums. Das ist auch nachhaltige Friedenspolitik. Denn ohne Umwelt und Klimaschutz werden wir die Fluchtursachen nicht bekämpfen können.

Wir müssen die Debatte um Strukturveränderungen in unserem Sozialsystem voranbringen, Sicherheit für Familien, Alleinerziehende und ältere Menschen. Nachdem sie der Gesellschaft viel gegeben haben, sind sie  oft von Armut betroffen.  Unsere Gesellschaft sollte lebenswert für alle sein, wir müssen dafür sorgen, dass alle teilhaben und sich einbringen können! Bildung für alle und eine Altersvorsorge von der gelebt werden kann. Wir brauchen Maßnahmen gegen die allgegenwärtigen Abstiegsängste in der Gesellschaft und gegen die zunehmende  Altersarmut.

Ein Grundeinkommen (GE) befreit von Existenzsorgen und es gibt nichts Besseres als Sicherheit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse hingegen schaffen unsichere Perspektiven, das zerstört langfristig Selbstvertrauen. Ein GE ist nicht die Verteilung von Geld, sondern die Verteilung von Macht, es geht hier um mehr Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen. Auch die Rente reicht zukünftig bei vielen nicht mehr zum Leben. Ein Grundeinkommen als Element einer steuerfinanzierten Grundsicherung könnte ein Lösungsmodell sein.  Die Aufgabe sollte nicht darin bestehen, die Menschen auf den Ämtern zu verwalten oder zu bevormunden, sondern darin ihnen finanzielle Freiräume zu schaffen, um ihnen ein selbstbestimmten  Lebensweg zu ermöglichen. Es geht hier auch um die Existenz vieler Familien und damit um den sozialen Frieden. Deshalb ist es an der Zeit, das Thema ernsthaft anzugehen, in und mit der Gesellschaft zu diskutieren und Pilotprojekte auch in Niedersachsen auf den Weg zu bringen. Ich will nicht nur darüber reden, ich will dabei sein dies umzusetzen!

Das Ziel der Geschlechtergleichstellung ist auch 2017 in Deutschland immer noch nicht erreicht. Veraltete Strukturen und Rollenmodelle begünstigen das auch noch im 21. Jahrhundert. Frauen „verdienen“ weniger als ihre männlichen Kollegen, arbeiten öfter in prekären Arbeitsverhältnissen, in Teilzeit oder in „typischen Frauenberufen“ wo strukturell weniger gezahlt wird. Sie sind selten in Führungspositionen zu finden, dafür häufig in unentgeltlichen Familienangelegenheiten unterwegs. Der Gender pension gap zeigt die Ungleichheit potenziert sich nach dem Berufsleben nochmal, eine Rentnerin erhält im Durchschnitt 57% weniger Bezüge als ein Rentner.  Besonders die Erwerbs- und Carearbeit müssen zusammen gedacht und neu strukturiert werden, um Geschlechtergerechtigkeit zu garantieren.

Nicht alle brauchen das Gleiche sondern jedeR das Richtige. Gerade im ländlichen Raum benötigen Frauen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie strukturelle Unterstützung. Hierbei ist Mobilität und besonders der ÖPNV ein zentrales Thema. Mobilität garantiert den Zugang zu Bildung, Erwerbsarbeit und (politischer) Teilhabe.

Nachhaltige Gleichstellungspolitik muss sich an den vielfältigen Lebensentwürfen der heutigen Gesellschaft orientieren. Und so müssen sich Frauen und Männer gleichermaßen für die Akzeptanz und Anerkennung von Fürsorge im beruflichen Umfeld engagieren. So kann nachhaltige Familien- und Gesellschaftspolitik gelingen.

Mit dem wachsenden Rechtspopulismus verbreitet sich allerdings die Vorstellung alter Strukturen wie ein Virus, Genderforschung und  Equal Pay werden als „Genderwahn“ abgetan. Ich setzte mich ein: für eine solidarische Gesellschaft, für eine ausreichende Hebammenversorgung besonders im Ländlichen Raum, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für eine familienfreundliche Arbeitskultur, für eine bessere Unterstützung von Familien mit besonderen Bedarfen z. B. Einelternfamilien, für die Gleichstellung von Frau und Mann, null Toleranz für Sexismus und Ausgrenzung, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Frauen sind tendenziell eher von Altersarmut bedroht, denn die Rente ist das Spiegelbild des Erwerbslebens und für mehr Frauen in die Politik.

Wir machen mit klaren Grundsätzen deutlich wofür wir stehen und wohin wir wollen. Ich will mit Euch einen  starken, knackigen Wahlkampf machen, in dem wir auch diejenigen erreichen, die heute schon grün affin sind aber noch nicht grün wählen. Ich möchte diese Menschen nicht nur motivieren ihr Kreuz bei Grün zu machen, ich möchte sie begeistern für Grüne Ideen und Konzepte. Ich will, dass sie sich bei uns wiederfinden.

Erfolgreiche Arbeit: mehr als 10 Jahren habe ich aktiv in verschiedenen Bürgerinitiativen politisch gegen Fracking, Atomkraft, Massentierhaltung und Freihandelsabkommen mitgearbeitet und war eine der Mitorganisatorinnen bei verschiedenen Großdemonstrationen in Hannover und Hamburg. Seit acht Jahren mache ich Grüne Kommunalpolitik in der Region Hannover und bin gleichstellungspolitische Sprecherin in der Regionsfraktion.  Auf Landesebene arbeite ich in verschiedenen Landesarbeitsgemeinschaften mit.

Durch meine Arbeit im Regionsvorstand, meiner Tätigkeit im Gehrdener Rat und in der Regionsversammlung bringe ich neben viel Lebenserfahrung, praktische Politikerfahrung mit.

Ich bitte Euch um Euer Vertrauen und Eurer Votum bei meiner Kandidatur.

Vielen Dank!    

Eure Nicole

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